Veröffentlichungen (Auswahl)

Prosa

Jagdfieber in Franken. (Hrsg., zusammen mit Autenrieth, Norbert). Iatros-Verlag, Sonnefeld, 2019 (ISBN 978-3-86963-390-9)

Groschengrab Europa. In: „Sprachnachrichten" (ISSN 1868-8748, Nr. 80 (IV/2018), S. 31)   

Kiesel rot-weiß. Merk-Würdiges und Ergötzliches aus Thüringen und Franken. Iatros-Verlag, Sonnefeld, 2018 (ISBN 978-3-86963-620-7)

Beste Noten für Schiller und Goethe. In: Schneider, Marion (Hrsg.): Thüringische Einladung". Größenwahn-Verlag. Frankfurt a. M., 2018 (ISBN 978-3-95771-216-5)

Tiefer als blau. In Mathies, Susanne (Hrsg.): In der Tiefe". Litac-Verlag. Zürich 2018 (ISBN 978-3-9524849-1-3)

Volksweisheiten. In: DER DACKEL | BLÄTTER FÜR ASPHALTLITERATUR, Heft Nr. 2. Edition Samisdat. Wien, 2017 (ISSN 2415-1262)

Donau, Inn und Rio de la Plata. In: Frimberger, Alexander und Wandtner, Lothar (Hrsg.): „DoudnSuppn (Leichenschmaus) - Kriminalkurzgeschichten aus dem Bayerischen Wald". HePeLo-Verlag. Riedlhütte, 2017 (ISBN 978-3-943926-16-3)

Schallschutzwand und Schweigemauer. In: Autorengruppe Schreibsand: „Wenn Wände reden könnten - Geschichten aus Franken". Iatros-Verlag. Sonnefeld, 2017 (ISBN 978-3-86963-222-3)

Dämmerung. (Hrsg., zusammen mit Autenrieth, Norbert). Verlag Königshausen & Neumann. Würzburg, 2017 (ISBN 978-3-8260-6270-4)

swp.de/crailsheim/lokales/landkreis_schwaebisch_hall/da-wird-gejagt_-geliebt_-gemordet-15264682.html

Kalinka Jackson. In: Dunst, Verena und Reumann, Christian (Hrsg.): „Menschlichkeit zuerst“. Forum Gewaltfreies Burgenland. Eisenstadt, 2016

Frühlingswald. In: "Zugetextet.com. Feuilleton für Poesie-Sprache-Streit-Kultur". zugetextet.com/?p=1931

Immer größere Lügen. In: "DER DACKEL | BLÄTTER FÜR ASPHALTLITERATUR", Heft Nr. 1. Edition Samisdat. Wien, 2016 (ISSN 2415-1262)

Regen, eiskalt. In: Wandtner, Lothar und Frimberger, Alexander (Hrsg.):„Boandlkramer - und andere Kriminalgeschichten aus dem Bayerischen Wald“. edition golbet. Schönberg, 2015 (ISBN: 978-3-94392610-1)

Kleines Lexikon der Zugvögel. In: Associação dos amigos da leitura e do filme no Algarve: „Zugvögel”. edition ALFA. Portimao, 2013 (ISBN 978-989-95665-6-9)

Sommerradio. In: Alers, Kirsten, et al. (Hrsg.): „Planet Kassel“. Verlag Wortwechsel. Kaufungen, 2012 (ISBN 978-3-935663-25-0)

Wetterfühlig in Franken. In: Conrad, Wilfried, und Autenrieth, Norbert (Hrsg.): „Fließen – Erzählungen aus Franken“. Verlag Königshausen & Neumann. Würzburg, 2012 (ISBN 978-3-8260-4922-4)

Drache und Prinzessin. In: Associação dos amigos da leitura e do filme no Algarve: „Wandel”. edition ALFA. Portimao, 2011 (ISBN 978-989-95665-2-1)

Rampenschlag. Oder: Der Jäger fehlt. In: 42er Autoren e.V. (Hrsg.): „der zweiundvierziger“, Einmalige Printausgabe 2011

An S.D. Hans-Adam II., Fürst von und zu Liechtenstein. In: Dunst, Verena und Reumann, Christian (Hrsg.): „Briefe gegen Gewalt“. Forum Gewaltfreies Burgenland. Eisenstadt, 2010

Abflug nach B 612. In: Alers, Kirsten, et al. (Hrsg.): „Klartext. Nordhessische Gegenwartsliteratur“. Verlag Wortwechsel. Kaufungen 2010 (ISBN 978-3-935663-24-3)

Der Weihnachtsengel. In: Dunst, Verena und Reumann, Christian (Hrsg.): „Fabelhaft gegen Gewalt“. Forum Gewaltfreies Burgenland. Eisenstadt, 2009 

Augustinergässchen. Bei: „Stadtinszenierung Esslingen“ am 18. und 19.09.2009. Veranstaltet durch das Kulturreferat der Stadt Esslingen und die Württembergische Landesbühne Esslingen (vertont von Jochen Feucht)

Mostrich für Robinson. In: Oswald, Susanne (Hrsg.): „Liebe, Mord und reichlich Senf!“. Sie-ben Verlag. Fischbachtal, 2009 (ISBN 978-3-940235-78-7)

Müllergasse. In: „Autorenkalender 2009“. Uschtrin-Verlag. München, 2008 (ISBN 978-3-932522-12-3)

Lichtspiel über ein trojanisches Nilpferd


Energy Autonomy. Ich hatte schon mancherlei gehört über diesen Film, der mir als die vierte Revolution angepriesen worden war. Nach den atemberaubenden Fortschritten, die es in den letzten Jahrhunderten in der Landwirtschaft, in der Industrie und zuletzt in der Computer-Technik gegeben hatte, sollte er den dringend notwendigen Umbruch auf dem Energiesektor analysieren – und vielleicht sogar einläuten.


Jetzt, im Mai 2010, würde ich ihn in einer Stunde selbst zu Gesicht bekommen. Nicht irgendwo, sondern im Herzen von Pfungstadt, jenem Städtchen an der Modau, das ich unter den Darstellern und Drehorten ausfindig gemacht hatte. Zu meiner Verblüffung, denn mit dem Hessischen Ried verband ich bis dato nicht unbedingt einen umwelt- und menschenfreundlichen Umgang mit Energie. Ende der neunziger Jahre hatte ich einige Zeit in der Gegend verbracht und war zutiefst erschrocken gewesen über den Koloss des Atomkraftwerkes Biblis und über das Gewirr von Leitungen, das sich von dort aus wie ein Spinnennetz über das ganze Land zog. Vor allem aber über die Unbekümmertheit, die ein großer Teil der Bürger gegenüber dieser mörderischen Technologie an den Tag legte. In Sichtweite der beiden Betonkuppeln und der riesigen Kühltürme spielten Kinder im Sandkasten, standen Liegestühle im grünen Rasen und wurden auf Waschbeton- und Terracotta-Terrassen fröhliche Grillfeste gefeiert.


Am meisten hatte mich damals eine Tafel mit den Abbildungen einheimischer Singvögel erschüttert, die von Hobby-Ornithologen ohne ausgeprägte intellektuelle Fähigkeiten am AKW aufgestellt worden war. Vermutlich mit dem Geld des Kraftwerksbetreibers und direkt neben jenem Stacheldrahtzaun, der diesen Größenwahn vor Demonstranten und anderen Störenfrieden schützen sollte. Ich dachte, man hätte eigentlich gleich daneben eine zweite Tafel anbringen müssen. Mit Vogel-Skeletten, damit klar wäre, was nach einem Reaktorunfall von unseren gefiederten Freunden übrigbleiben würde. Am besten in den Landesfarben: Schwarzspecht-Gerippe, Rotkehlchen-Gerippe, Goldfasan-Gerippe.


Und nun, fast ein Vierteljahrhundert nach der Apokalypse von Tschernobyl, sollte der Atomausstieg ausgerechnet aus Pfungstadt neue Impulse erhalten. Zwar produzierte der strahlende Dinosaurier in zwanzig Kilometer Entfernung noch immer einen großen Teil des Stromes für das Rhein-Main-Gebiet. Aber in der Stadt selbst ging man andere und erfolgversprechendere Wege. So hatte die örtliche Wohnungsbaugenossenschaft ein in die Jahre gekommenes Mehrfamilienhaus nicht nur umfassend renoviert und vom Aussehen her in ein Schmuckstück verwandelt. Nein, sie hatte vor allem so viel Know-how in den Wohnblock hineingesteckt, dass sage und schreibe sechsundachtzig Prozent der Heizkosten eingespart werden konnten.


Doch damit nicht genug der Wunder, denn direkt auf der anderen Seite des Rheins setzte sich die Energiewende ungeachtet der Landesgrenze fort. In Wörrstadt, das gerade erst vom Dorf zu einer echten Stadt herangewachsen war und wo sich zwei Jahre zuvor die Firma juwi angesiedelt hatte. Die war nicht nur einer der renommiertesten Hersteller von Windkraftwerken und Solaranlagen, sondern produzierte sogar mit ihren Betriebs- und Verwaltungsgebäuden dank modernster Technologie und einer exzellenten Wärmedämmung mehr Energie, als diese verbrauchten!


All diese erfreulichen Entwicklungen gingen mir durch den Kopf, während ich mit dem Linienbus von Darmstadt nach Pfungstadt fuhr. Sie vermischten sich mit den Erinnerungen, die ich an das Städtchen und an das kleine Kino hatte, in dem der Film heute laufen sollte. Es hatte schon damals herrlich altmodisch gewirkt und ich war gespannt, ob ich wieder in den gleichen Klappsesseln mit den hölzernen Armlehnen würde Platz nehmen können. Seinerzeit hatte ich sie mir mit einer hübschen Blondine aus einem Nachbarort geteilt, die ihr Bestes gab, um mich von dem mitunter banalen Geschehen auf der Leinwand abzulenken.


Ich stieg in der Waldstraße aus und lief die paar Schritte hinüber zum Veranstaltungsort. Auf den ersten Blick schien sich nichts verändert zu haben: Der zurückliegende Saalbau, das Vordach mit den dünnen Säulen, die drei Stufen, die zur Eingangstür hinaufführten.


Was mir auffiel, war eine größere Anzahl von Menschen, die zu zweit oder in kleinen Grüppchen vor dem Gebäude herumstanden, Sekt, Orangensaft und Brezeln zu sich nahmen und angeregt plauderten. Zwischen ihnen parkte ein Sportwagen, der auf den ersten Blick eine frappierende Ähnlichkeit mit einem Maserati oder anderen vierrädrigen Geschossen aufwies. Die Ähnlichkeit beschränkte sich indes allein auf die äußere Form und auf die beachtlichen Fahrleistungen. Denn unter der orangefarbenen Haube summte ein Elektromotor, der seine Pferdestärken ausschließlich von der Sonne beziehen sollte. Entweder direkt mit dem Licht oder auf dem Umweg über Wasser und Wind. Und ein leichter Alu-Rahmen sorgte zusammen mit der Kunststoff-Karosserie dafür, dass der Wind nicht gar zu heftig pusten musste, um das Ding vorwärts zu bewegen. Schön sah er aus, dieser bunte Öko-Flitzer, überhaupt nicht zu vergleichen mit anderen Elektroautos, die manchmal an ein Dixi-Häuschen mit angeschraubten Rädern erinnerten. Mehr wie Sonne, Strand und California-Dreaming.


Auch ich gönnte mir ein Glas der prickelnden guten Laune und ging dann mit den anderen hinein. Der Kinosaal wirkte geräumiger als in den Neunzigern und frische Farbanstriche taten ein Übriges, um den Wohlfühlfaktor zu erhöhen. Doch den Charme des alten Lichtspieltheaters, den hatte man geschickt erhalten können. Ich belegte unseren Stammplatz von damals und hörte mir eine Einführung durch einen grauhaarigen Umwelt-Aktivisten an. Dann sah ich mit wachsender Bewunderung den Film, der mich hierher gelockt hatte.


Er zeigte Menschen aus allen fünf Kontinenten, die sich der Herausforderung stellten, neue Wege der Energieerzeugung zu finden. Und der Energieeinsparung. Wie den Bundestagsabgeordneten Hermann Scheer, den juwi-Gründer Matthias Willenbacher oder den Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus aus Bangladesch. Sie alle begeisterten mich mit ihrem Einsatz für die Sache und mit ihrem Optimismus. Denn gerade der unterschied sie von jenen, die zwar gern über die Endlichkeit fossiler Brennstoffe jammerten und über die Gefährlichkeit der Kernkraft. Die dabei aber vollständig gelähmt auf die drohende Katastrophe sahen, wie das sprichwörtliche Kaninchen auf die Schlange. Unfähig, sich aus ihrer Trägheit zu lösen, und zudem in den meisten Fällen nicht bereit, auch nur einen Millimeter von ihrem eingefahrenen Lebensstil abzuweichen. Der Film und seine Protagonisten machten mir dagegen Mut. Weil sie zeigten, dass es sehr wohl Möglichkeiten für einen Abschied aus dem Erdöl- und Atomzeitalter gab – und eine breite Front, die bereit war dafür zu kämpfen.


So wie mir ging es wohl den meisten im Saal, denn nach dem Abspann gab es lebhaften Applaus und eine leidenschaftliche Diskussion. Dann meldete sich ein Mann Ende fünfzig zu Wort und holte zu einem Vortrag über die Schattenseiten aus, die er bei der Windkraft zu sehen glaubte. Insbesondere sei sie eine große Gefahr für vorbeifliegende Tiere wie Vögel oder Fledermäuse. Auch die Wörrstädter Windräder befänden sich mit sechs Kilometern Abstand viel zu dicht am nächsten Vogelschutzgebiet. Deshalb könne nicht ausgeschlossen werden, dass der eine oder andere Vogel von den Rotoren zerhäckselt werde. Dies gelte vor allem für den Rotmilan, von dem zwischen 1998 und 2010 in Hessen und Rheinland-Pfalz schon elf Exemplare auf diese Weise ums Leben gekommen seien.


Seine Ausführungen begannen relativ sachlich, nahmen dann aber rasch Formen an, die man nur als kindisch bezeichnen konnte. Bis hin zu der Behauptung, die Kadaver unter den Anlagen würden Nacht für Nacht eingesammelt, um das Ausmaß des angeblichen Vogelmordes zu vertuschen. Er sparte auch nicht mit persönlichen Angriffen gegen jene, die er für diese Schweinerei verantwortlich machte und entsprechend heftig fielen die Erwiderungen auf seine Mutmaßungen und Beschimpfungen aus.


Schließlich zog er einen Stapel Fotos aus der Westentasche und verteilte sie unter seinen Sitznachbarn, die sie ihrerseits weiterreichten. Die Bilder zeigten alle das gleiche Motiv: Eine unappetitliche Masse aus Blut, Fleisch und Federn, bei der es sich um die sterblichen Reste eines ehemaligen Milans handeln sollte. Das behauptete jedenfalls ein Pappschild neben dem Aasklumpen, auf dem auch Zeitpunkt und Ort des tödlichen Unfalls akribisch aufgelistet waren.


Ich verspürte nicht die geringste Lust, meine gute Laune einer Provinzposse um verbale Heckenschützen zu opfern, und ging nach draußen. Da der nächste Omnibus zurück nach Darmstadt erst in einer halben Stunde fuhr, setzte ich mich auf eine der Treppenstufen vor dem Eingang und steckte mir ein paar Schokodrops in den Mund.


Während ich die süßen Kugeln mit der Zunge hin und her rollte, ging die Tür auf und eine junge Frau kam heraus. Sie sah mich, stutzte kurz und fragte mich, ob sie etwas aus der Tüte in meiner Hand abhaben könne.


„Eigentlich hab ich mir solche Kalorienbömbchen ja verboten“, erklärte sie mir überflüssigerweise. „Aber bei diesem Idioten brauch ich dringend was für meine Nerven. Der rafft ja überhaupt nichts. Hat sich mit seinem Tunnelblick festgesaugt an dem blöden Federvieh.“


Obwohl ich ihr insgeheim zustimmen musste, zwang mich mein Gerechtigkeitssinn doch dazu, den so Gescholtenen in Schutz zu nehmen: „Sicher, sein Auftritt war an Peinlichkeit nicht zu übertreffen. Nur hat er leider nicht völlig unrecht. Für Raubvögel stellen diese Dinger schon eine ziemliche Gefährdung dar. Und gerade für den Rotmilan haben wir eine hohe Verantwortung. Denn mehr als jeder zweite dieser Art lebt bei uns in Deutschland – also weltweit gesehen. Und wenn die dann zu Mett geschreddert werden ...“


„Du meinst wegen der elf Flattermänner, die krepiert sein sollen? Das wär nicht mal einer pro Jahr. Ich denke, 1986 nach Tschernobyl hat’s echt mehr Vögel erwischt. Im giftigen Fallout rund um die ganze Welt.“


„Schon richtig. Und es wäre bescheuert, die Toten nach einem atomaren GAU gegen elf verendete Milane aufzurechnen. Trotzdem fänd ich es schön, wenn möglichst wenig Tiere zu Schaden kämen. Auch bei dem, was wir grünen Strom nennen – oder gerade bei dem. Und dafür können wir nur sorgen, indem wir die Standorte für die Anlagen gewissenhaft auswählen. Sehr gewissenhaft!“


„Stimmt. Aber noch wichtiger wäre es, die maßlose Verschwendung von Energie zu stoppen. Für viel zu große Autos. Für blinkende Leuchtreklame. Oder für Lkws, die ausrangierte Pferde vor dem Schlachten tagelang quer durch Europa über die Autobahn karren. Denn Energie, die niemand braucht, muss schließlich gar nicht erst produziert werden!“


Unsere Unterhaltung wurde dadurch unterbrochen, dass sich die Tür noch einmal öffnete. Heraus trat jener Mann, der unser Gespräch ausgelöst hatte und den ich nun in voller, wenn auch wenig imponierender Größe sah. Bekleidet war er mit einer olivgrünen Hose, einer ebensolchen Outdoor-Weste und Trecking-Schuhen. Dadurch fiel er vor diesem Kleinstadt-Kino etwas aus dem Rahmen, wirkte eher so, als wolle er sich von sechs (besser acht) Eingeborenen in einer Sänfte durch den Dschungel von Neuguinea tragen lassen. Außerdem hatte er auffallend kurze Beine und deutliches Übergewicht. Zusammen mit der Tatsache, dass er sein Maul offenbar gewaltig aufreißen konnte, erinnerte mich das unwillkürlich an einen Nilpferd-Bullen. Jene afrikanischen Kolosse, die ihre Reviere durch Verteilen der eigenen Exkremente markieren und alle Gegner gnadenlos angreifen. Echte genauso wie vermeintliche.


Er würdigte uns keines Blickes und ging mit watschelnden Schritten hinüber auf die andere Straßenseite. Dort kletterte er in einen Geländewagen von den Ausmaßen eines mittelgroßen Raumschiffes, schaltete die Scheinwerfer an und fuhr davon.


Die fremde Frau und ich ließen das Schauspiel mit offenem Mund auf uns wirken und sahen uns an. Ich konnte mir angesichts des grotesken Schauspiels ein Grinsen nicht verkneifen. Sie dagegen zog ein Gesicht, dem der Widerwille in jede einzelne Pore eingebrannt war.


„Hast du das Nummernschild gesehen?“, presste sie hervor.


„LR 88. Werden wohl seine Initialen sein, mit einer Schnapszahl dahinter.“


„So ähnlich. Nur dass diese Schnapszahl sicher nicht vom Whiskey oder Wodka kommt. Solche Leute berauschen sich an ganz etwas anderem. Die Acht steht bei ihnen für das H, den achten Buchstaben des Alphabets und bei HH oder auch bei 88 denken sie nicht etwa an ein herzhaftes Lachen oder an die Hansestadt Hamburg. Sondern an Heil Hitler, ihren deutschen Gruß.“


„Scheiße“, sagte ich nur und ahnte, was wohl demnächst im Lokalteil der hiesigen Tageszeitung erscheinen würde. Der Leserbrief eines besorgten Vogelschützers auf Rattenfang im grün-alternativen Spektrum. 

Lyrik


Wer weiß ... In: Heins, Rüdiger (Hrsg.): 365 Tage Liebe. Wiesenburg-Verlag. Schweinfurt, 2017 (ISBN 978-3-95632-615-8)

Vom Baggerzahn. In: Schulz, Detlef (Hrsg.): Machen Sie aus Ihrem Leben ein Kunstwerk! Wandkalender für 2016. Dr. Detlef Schulz. Essen, 2015

Vom Reisen. In: Liegener, Christoph-Maria (Hrsg.): 1. Bubenreuther Literaturwettbewerb 2015. Verlag Tredition. Hamburg, 2015 (ISBN 978-3-7323-6681-1, Paperback)

Leipziger Notenspiegel. In: „O Freude. Leipzig im Gedicht. Lyrik & Prosaminiaturen”. Poesiealbum neu, Nr. 1/2015, edition kunst & dichtung. Leipzig, 2015 (ISSN 2193-9683)

Aktion Ungeziefer. In: Röchter, Franziska: „Strohblumenstörung – Politische Dichtung der Gegenwart”. chiliverlag. Verl, 2015 (ISBN 978-3-943292-25-1)

Kleine Geschichte der Zahnheilkunde. In: Schulz, Detlef: „Auf den Punkt gebracht. Gedichte rund um das Thema Zähne.” Verlag Peter Pomp. Bottrop, 2014 (ISBN 978-3-89355-817-9)

Blaufichten. In: Autorenverband Franken: „50 Jahre Autorenverband Franken e. V.” sonderpunkt verlag. Münster, 2014 (ISBN 978-3-95407-039-8)

Wertverluste. In: Wenig, Heike (Hrsg.): „Worte reden - Worte schweigen“. HW-Verlag. Dorsten, 2013 (ISBN 978-3-932801-62-4)

WERTE SCHÜTZEN!? In: Kulturring in Berlin e. V. (Hrsg. und Verlag): „Frieden ist mehr…“ Berlin, 2012 (ISBN 978-3-9814590-4-3)

Kariertes Maiglöckchen. In: Associação dos amigos da leitura e do filme no Algarve: „Karierte Maiglöckchen”. edition ALFA. Portimao, 2012 (ISBN 978-989-95665-5-2)

Am Anfang war der Abzählreim. In: „Wir sind Dichter; der athmer Lyrikpreis 2009“. JCS. Sophienhammer, 2009


Sachtexte

Ein ungewöhnlicher Jurist. Vor 100 Jahren starb Karl Emil von Goldmann. (Zuarbeit)  pressreader.com/germany/heuberger-bote/20161230/281543700591121

Drei Inseln - drei Welten. Mit dem Nordwestdeutschen Forstverein in Indonesien. In: "Holzzentralblatt" (ISSN 0018-3792, 142. Jahrgang, Nr. 28 vom 15.07.2016, S. 724) 

forstverein.de/fileadmin/pdf/NFV/HZB_HZB_HP_20160715_20.pdf 


Carl Christoph von Lengefeld. In: Bücher-Wiki. buecher-wiki.de/index.php/BuecherWiki/LengefeldCarlChristophVon


Ein fürstliches Weihnachtsgeschenk. In: „Rudolstädter Heimathefte“ (ISSN 0485-5884, 57. Jahrgang, 2011, Heft 1/2, S. 38 - 40)

Deutscher Kaiser und Muslim? Über die Beziehungen Friedrichs II. von Hohenstaufen zum Islam. BoD. Norderstedt, 2006 u. 2012 (ISBN: 978-3-8334-6821-6)

Zur Lage des deutschen Waldes. In: "BDF AKTUELL" (ISSN 09 45-65 38, Nr. 2/2003, S. 6)

Der grüne Garten Allahs – Bäume und Wald im maurischen Spanien. In: „Forst und Holz“ (ISSN 0932-9315, Nr. 23-24/2003, S. 713 - 716)

Tunesien - Land der Oasenförster. In: „AFZ - Der Wald” (Nr. 20/2001, S. 1058)

Grüne Inseln am Ufer der Wüste - Wald-Nationalparke in Tunesien. In: „Nationalpark” (ISSN 0342-9806, Nr. 20/2001, S. 1058)

Das Fatimiden-Kalifat - Wiege der Forstwirtschaft in Ägypten. In: „AFZ - Der Wald” (ISSN 0936-1294, Nr. 2/2001, S. 74 - 75)

Weltstadt für drei Tage. Das Tanz- und Folkfest Rudolstadt. In: „Perpedes” (Nr. 2/1997, S. 13)

Der Etikettenschwindel des sanften Tourismus. In: „DJH” (Nr. 2/1996, S. 14 - 17) und „Perpedes” (Nr. 4/1996, S. 15 - 17 und 1/1997, S. 9 - 10)

Eine Reise durch die Thüringer Eisenbahnprovinz. In: „Freies Wort“ (Februar 1996)

Partner für die Umwelt - Naturparke und Forstverwaltungen. In: „Naturschutz- und Natur-parke” (Nr. 157, 2/1995) und „Forst und Holz” (ISSN 0932-9315, Nr. 23/1995, S. 753 - 754)

Flamingos, Büffel und ein ganz besonderer See – Der Ichkeul-Nationalpark in Nordafrika. In: „Heimat Thüringen” (ISSN 0946-4697, Nr. 2/1994, S. 40 - 41)

Nationalparke in Deutschland - Nationale Verpflichtung oder Homelands für die Natur? In: „Nationalpark” (ISSN 0342-9806, Nr. 84, 3/1994)

Kein Plädoyer für Kröten - Von der Naturschützelei zur ökologischen Gesellschaft. In: „Nationalpark” (ISSN 0342-9806, Nr. 66, 1/1990, S. 28 - 31)

Geschäft mit dem Waldsterben. In: "Natur & Umwelt" (Ausgabe Hessen, Nr. 4/1984)

Giftiger als Zyankali. In: "Der neue hessische Landbote" (ISSN 0172-6633, Nr. 1/1981)

 

 

 

 

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